Sonntag, 16. August 2009

Von Kautokeino nach Alta



In Kautokeino hat das Ehepaar Juhls (er Däne, sie Deutsche) innert 50 Jahren ein wunderbares Gesamtkunstwerk geschaffen. Angefangen hat es 1959 mit dem Bau einer Werkstatt, in der sie für die Samen Silberschmuck reparieren wollten. Danach haben sie selber Silberschmuck entworfen und immer mehr Kunsthandwerkern eine Verkaufsplattform geboten. Die nötigen Erweiterungsbauten haben sie alle selber entworfen und gebaut. Mit einer ungeheuren Liebe zum Detail. Das Verkaufspersonal führt die Kunden durch das Gebäude und erklärt die Ideen, die in den einzelnen Räumen umgesetzt wurden.
Juhls‘ Silvergallery von aussen







Ein sehr beeindruckender Ort.

Die Strasse Nummer 93, die über Kautokeino nach Alta führt, wird „Samen-Strasse“ genannt. Wer Samen sagt, denkt sofort an Rentiere. Und in diesem Zusammenhang hat die Strasse ihrem Namen alle Ehre gemacht.
Rentier-Verkehr auf der 93

Begegnung Rentier-Mensch

Körperpflege auf der 93

Auf der Samenstrasse kann man auch die Gegensätze zwischen Tradition und Moderne erleben.
Helikopter zum Zusammentreiben der Rentiere neben traditionellen Zelten

Am Ende der 93 liegt Alta, das für die 6000 Jahre alten Felsritzungen bekannt ist (UNESCO Weltkulturerbe). An verschiedenen Felsen sind tausende von Figuren in den Stein geritzt worden.
Esther auf dem Rundgang

Schamanin mit Bogenschützen, Logo des Museums von Alta

Schamane mit Elch

Tanzendes Paar

Fuchs auf separatem Felsen

Esther auf dem Rundgang

Und genau so, wie vor 6000 Jahren offenbar ein Elch einen Skifahrer beobachtet hat
Elch beobachtet Skifahrer

beobachtet uns heute ein Elch am Ende des Rundgangs.
Auch wir werden beobachtet

Übrigens: Die Rinde von Birke ist weiss. So dachte ich jedenfalls. Hier können die Äste von einem einzigen Baum völlig unterschiedliche Farben haben.

Blau, gelb und rot



Auch schwarz ist möglich

Sonntag, 9. August 2009

Vollmond

Fast 2 Monate lang habe ich keine richtige Dunkelheit mehr erlebt. 3 Mal habe ich die Mitternachtssonne fotografiert. Doch diese Zeit geht nun zu Ende. Es wird zwar noch nicht richtig Nacht, doch die Sonne taucht schon so weit unter den Horizont, dass man um Mitternacht eine Lampe brauchen kann.
Bis vor kurzem hat sich mir nur die Sonne als Himmelskörper gezeigt. Doch am Mittwoch Abend hat der Mond ein majestätisches Comeback gegeben.
Der Mond meldet sich zurück

Möwenkolonie

Obwohl wir in der Zwischenzeit schon einige Kilometer davon entfernt sind, möchte ich einen kurzen Nachtrag zu Möwen auf den Lofoten machen. Möwen brüten oft in Felsen ganz nahe an der Strasse und lassen sich durch fotografierende Menschen nicht stören. Man kann sie darum gut beobachten und interessante (fast schon menschliche) Szenen miterleben.
In Möwenkolonien ist es unheimlich laut. Um gehört zu werden, muss man sich die Seele aus dem Leib schreien.
Lauter geht nicht

Manche Möwen schreien so intensiv, dass ihnen davon richtig übel wird.

Da wird einem richtig schlecht


Des einen Freud, des anderen Leid. Ein allzu intensiv vorgetragener Liebesgesang kann den Nachbarn auf die Palme bringen.
Reklamation des Nachbarn

Auch unschöne Eheszenen spielen sich ab.
Ehemann zu Hause nicht willkommen

Und schliesslich gibt es auch wirklich unanständige Möwen.
Exhibitionist entblösst sich

Dienstag, 4. August 2009

Vögel

Ich beginne zu begreifen, warum sich viele Leute für Vögel interessieren. Ich habe in Skandinavien zwar auch schon Elche, Rentiere, Biber, Robben, einen Fischotter, eine Kreuzotter und ein Mauswiesel gesehen. Doch das sind immer Ausnahmen. Vögel sieht man hingegen fast überall. Und mit ein bisschen Geduld und Glück lassen sich interessante Fotos machen. Besonders spannend sind Vögel auf der Jagd oder mit der Beute.

Am eindrucksvollsten ist sicher der Seeadler mit seiner Spannweite von 2,5 Metern.




Aber auch kleinere Vögel machen Beute.
Möwe mit Fisch

Möwe mit Krebs

Küstenseeschwalbe mit Fisch

Papageientaucher, hält bis zu 20 Fische in seinem Schnabel

Und ab und zu sieht man gut getarnte Vögel einfach da sitzen.


Sumpfohreule

Ich habe jedenfalls beschlossen, die Vögel besser kennen zu lernen.

Vesterålen und Lofoten

Der Anfang der 10 Tage, die wie hier verbracht haben, hat uns kein Badewetter beschert.
Esther am Strand

Doch dann ist ein Wetterumschwung gekommen, T-Shirt und kurze Hosen waren angesagt, sogar wenn sich die Sonne einmal hinter den Wolken versteckt hat.
Dem Golfstrom haben diese Inseln jenseits des Polarkreises zu verdanken, dass das Klima hier nicht viel rauer ist als in Zürich. Auch die Landschaft erinnert oft an die Schweizer Voralpen.

Voralpenlandschaft

Am Vierwaldstättersee?

Auf der Fähre von den Vesterålen zu den Lofoten

Neben dem Tourismus ist Fisch hier die einzige Einnahmequelle. Früher kamen viele Fischer nur von Februar bis April hierher, denn in dieser Zeit ziehen grosse Fischzüge an den Inseln vorbei. Als Unterkünfte bauten sich diese Fischer Häuser, die auf Stelzen halb im Wasser standen, damit sie direkt mit dem Schiff angefahren werden konnten. Diese Rorbuer genannten Häuser prägen das Bild der Dörfer.

Im Dorf Å am Südende der Lofoten

Å

Å ist gut für Touristen eingerichtet

Reine in klassischer Lofoten-Landschaft

Stockfisch ist eine Spezialität der Lofoten. 2 Fische werden jeweils am Schwanz zusammen gebunden und für ca. 3 Monate auf Gestellen getrocknet.

Der Himmel hängt voller Fische

Stockfischgestell

Stock- und Salzfisch an einem Rorbuer


Stockfisch als Glücksbringer an der Haustüre



Fischkutter


In der Zwischenzeit haben wir die Lofoten verlassen. Diese Zeilen schreibe ich bei herrlichem Wetter an einem wunderbaren kleinen See zwischen Abisko und Kiruna in Nordschweden.